Grundlage der modernen märkischen Trachtenlooks für Frauen sind regional häufig wiederkehrende Elemente der Frauentrachten im Brandenburg des 19. Jahrhunderts.

Das waren u.a. südlich von Berlin vom Havelland bis zur Oder:
– das schwarze Samtmieder
– der faltenreiche weiße Rüschenkragen in regional verschiedener Breite
– (meist senkrecht) gestreifte, handgewebte Wollröcke
– das Schultertuch, über oder unter dem Rüschenkragen getragen
– die große, weiße Schleife, mit der die schlichte Haube unter dem Kinn festgebunden war
– das schwarze Seidentuch, als Binde um den Kopf gelegt und oben geknotet oder zur ausladenden Schleife gebunden

Havelländer Tracht mit schulterbreitem Rüschenkragen, darüber das Schultertuch

Märkische Tracht, vermutlich Oderland, mit Rüschenkragen über dem Schultertuch

Buckower Tracht (Beeskow-Storkow), wahrscheinlich mit kleinem Rüschenkragen

Nördlich von Berlin, also in Prignitz, Ruppiner Land und Uckermark scheint der Rüschenkragen dagegen völlig gefehlt zu haben, und die Haube wird stets ohne Schleife unter dem Kinn dargestellt. Das schwarze Seidenkopftuch, zur Binde gefaltet und mit Knoten oder großer Schleife über der weißen Haube getragen sowie gestreifte Röcke und bunt bstickte bzw. bedruckte Schultertürcher sind jedoch auch hier überliefert. Für den Barnim liegen mir bisher keinerlei Informationen vor.

Uckermärker Trachten

Ruppiner Tracht (Schürze bzw. Rock für einen Weihnachtsbrauch hochgebunden)


Für die moderne Interpretation der regional recht unterschiedlichen märkischen Frauentrachten werden der schulterbreite Rüschenkragen und das Schultertuch zum modischen Dreieckstuch aus weißer Spitze zusammengefasst. Die langen Zipfel des Spitzentuchs werden in den Miederausschnitt gesteckt, so dass die Erinnerung an den Rüschenkragen optisch nicht verlorengeht. (Wer möchte, kann natürlich einen modernen Rüschenkragen über oder unter dem Schultertuch tragen.)

Um sie im Gesamtbild behalten zu können, wurde die weiße Kinnschleife der Haube kurzerhand ein Stück nach unten versetzt und präsentiert sich nun als Schleife der Schluppenbluse.

Die große, schwarze Seidenschleife, die früher oben auf dem Kopf thronte, wird als Haarspange mit schwarzer Schleife zitiert. Genauso gut kann man aber auch ein schwarzes Rockabilly-Haarband mit geknoteten Zipfeln tragen.