Beim Vergleichen der noch vorhandenen Informationen zu den Männertrachten der Brandenburger Trachtenregionen ergaben sich eine Reihe von Gemeinsamkeiten, die als Grundform der märkischen Männertracht bezeichnet werden können. Hier stichpunktartig die Merkmale, unterteilt in Alltagstracht und Festtracht:
Alltagstracht
- Kniehosen bzw. lange Hosen aus Leinen, früher weiß, später dann blau gefärbt, im Winter mit Wollstoff gefüttert, mit Hosenlatz zum Knöpfen und bei Bedarf Hosenträgern
- Leinenhemd mit eingesticktem Monogramm
- Weste aus Leinen, früher weiß, später dann blau gefärbt, im Winter mit Wollstoff gefüttert
- Jacke aus Leinen, früher weiß, später dann blau gefärbt, im Winter mit Wollstoff gefüttert, auch aus einfarbigem oder kleingeblümten Baumwollstoff, mit Leinen oder Wollstoff gefüttert
- eher abgetragener langer, faltenreicher Mantel (Schoßrock), knielang oder knöchellang, ganz früher weiß, später dann blau gefärbt, mit Sommer, im Winter mit Wollstoff gefüttert, einreihig oder zweireihig, mit oder ohne Kragen, manchmal auch mit großem Reverskragen
- Schaffell mit der Lederseite nach außen, westenartig, im Winter über der sonstigen Kleidung getragen (nur die Knechte)
- Knöpfe aus Holz, Perlmutt oder Zinn
- Halstuch aus Leinen, Baumwolle oder Wollmusselin, im Winter gestrickte Schals
- abgetragene oder unverzierte Pelzmützen, Zipfelmützen, Schirmmützen oder Hüte
- im Sommer Holzpantinen oder barfuß, im Winter gestrickte Wollsocken in Holzpantinen
Festtagstracht
- neue Kniehosen bzw. lange Hosen aus Leinen, ganz früher weiß gebleicht, später blau gefärbt, im Winter mit Wollstoff gefüttert, mit Hosenlatz zum Knöpfen und bei Bedarf Hosenträgern, mit Bindebändern oder Schnallen am Kniebund,
- ab ca. 1850 immer mehr lange Hosen
- neues Leinenhemd mit eingesticktem Monogramm
- möglichst neue Weste aus möglichst teurem Oberstoff und möglichst wertvollen Knöpfen
- Jacke aus Leinen, ganz früher weiß gebleicht, später blau gefärbt, im Sommer mit Leinen, im Winter mit Wollstoff gefüttert, einreihig oder zweireihig, manchmal mit zusätzlichen Reihen von Zierknöpfen besetzt
- möglichst neuer langer, faltenreicher Mantel (Schoßrock) knielang oder knöchellang, ganz früher weiß, später blau gefärbt, im Sommer mit Leinenfutter, im Winter mit Wollstoff gefüttert, einreihig oder zweireihig, mit oder ohne Kragen, manchmal auch mit großem Reverskragen
- Schaffell mit der Lederseite nach außen, westenartig, im Winter über der sonstigen Kleidung getragen (nur die Knechte)
- Knöpfe aus möglichst wertvollem Metall Trachtenmode als Grundlage für die brandenburgische Männertracht
- möglichst wertvolles Halstuch
- möglichst wertvolle Mütze mit Samtoberteil und Pelzrand (die vielleicht älteste und weitverbreitetste Bauernkopfbedeckung in Mitteleuropa), oder möglichst moderne und wertvolle Hüte nach städtischer Mode
- möglichst neue, möglichst hohe Schaftstiefel, schwarz bevorzugt
Wie die historische märkische Frauenkleidung aufgebaut war, zeigt der Beitrag „Grundform der märkischen Frauentrachten“. Einen Überblick über Geschichte, Regionen und die moderne Weiterentwicklung gibt „Brandenburger Tracht – Geschichte, Regionen und moderne Looks“.

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