Wer sich heute an der alten brandenburgischen Männertracht orientieren möchte, hat mehrere historische Phasen zur Auswahl. Man könnte sie die weiße, die blaue und die schwarze Phase nennen.
Die Männertrachten Brandenburgs machten nämlich fast alle eine ähnliche Entwicklung durch: Ursprünglich mit Weste, Hose und Jacke bzw. Mantel aus selbsthergestellten, ungefärbten Woll- und Leinenstoffen gefertigt, wurden sie später in Nachahmung der preußischen Uniformen blaugefärbt, bevor sie gegen Ende der Trachtenzeit um 1900 schwarz waren wie die festliche städtische Herrenmode. Bis etwa 1860 wurden noch Kniebundhosen getragen, danach zunehmend weniger.
Für Experimente mit der Lieblingsfarbe kommt am ehesten die Weste in Frage. Aber im Alltag wurden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts offenbar auch von Männern Jacken aus farbig bedruckten Baumwoll- oder Leinenstoffen getragen. Alle Musterungen sind heute passend. Als alternative Hemdenfarbe bieten sich Blau- und Brauntöne am ehesten an. Aber auch hier gilt: Damals war damals, und heute ist heute. Wir wollen uns wohlfühlen, also geht es durchaus nach unserem persönlichen Geschmack.
Für die Festkleidung ist das weiße Hemd ein Muss. Die hochgeschlossene, hüftlange Weste der gängigen Oktoberfestmode mit ihren runden Metallknöpfen entspräche am ehesten dem Westenschnitt der weißen und blauen Phase der Mannertracht bis etwa 1870, auch wenn diese wohl eher selten einen Stehkragen hatte. Die klassische Herrenweste mit spitzem Ausschnitt, gerne auch mit Reverskragen, entspricht dann der schwarzen Phase ab etwa 1880, als allgemein die städtische Herrenmode übernommen wurde.
Die Jacken der heutigen Trachtenmode passen für nachempfundene brandenburgische Männertrachten eher nicht so gut. Blaue oder schwarze Jacken und möglichst lange Mäntel mit Reverskragen kommen am ehesten in Frage.
Schwarze, kniehohe Stiefel waren in Brandenburg lange fester Bestandteil der Männertracht. Wer es dezenter mag, wählt klassische Schnürschuhe.

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